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Der Buchsbaumzünsler, lateinisch auch als Diaphania, Cydalima oder Glyphodes perspectalis bezeichnet, wurde im Jahr 2006 in Gärten in Baden-Württemberg entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Schädling zum ersten Mal in Europa nachgewiesen. Man geht davon aus, dass er durch Containerschiffe aus dem ostasiatischen Raum eingeschleppt wurde.

In den darauffolgenden Jahren breitete sich der Falter entlang des Rheins aus, so dass er in Baden-Württemberg inzwischen recht flächendeckend vertreten ist. In Höhenlagen ist er kaum zu finden, denn er hält sich am liebsten in Flusstälern auf. Durch den weltweiten Handel mit Pflanzen hat sich der Buchsbaumzünsler mittlerweile auch in anderen Gebieten Deutschlands angesiedelt.

Reihe von Buchsbäumen
Buchsbäume sind aktuell stark vom Buchsbaumzünsler bedroht – © depositphotos.com @ mary_smn

 

Aussehen und Verbreitung des Schädlings

Der Schädling vergreift sich, wie der Name es bereits vermuten lässt, ausschließlich an Buchsbäumen und kann diese komplett zerstören. Die Flügel des Falters sind weiß und haben ein schwarzes Muster, die vorderen Flügel weisen außen häufig einen braunen Rand auf. Manchmal findet man auch Exemplare mit schwarzen Flügeln und weißen Punkten.

Der Buchsbaumzünsler hat eine Flügelspannweite von bis zu 45 Millimetern und hat als Falter eine Lebensdauer von gerade einmal rund neun Tagen. Die Weibchen sind in diesem Zeitraum mit der Eiablage beschäftigt, wobei die äußeren Blätter bevorzugt werden. In der Regel kommt es zwischen Frühjahr und dem späten Sommer etwa alle zwei bis drei Monate zur Bildung einer neuen Generation, so dass man jährlich auf bis zu vier davon kommt.

Die rasante Ausbreitung ist damit zu erklären, dass die Weibchen ihre Eier lieber auf Pflanzen ablegen, die noch nicht vom Schädling befallen sind. Wenn die Raupen aus den Eiern geschlüpft sind, machen sie sich zunächst an den Blättern der Pflanze zu schaffen und raspeln später auch die Rinde ab. Die grünen Raupen mit schwarzen Punkten haben eine Länge von bis zu fünf Zentimetern.

Die Biologie des Buchsbaumzünslers

Die Falter sitzen meistens auf der Unterseite der Blätter und paaren sich dort. Nach der Befruchtung fliegen die Weibchen zu einem anderen Buchsbaum und legen dort die hellgelben Eier überwiegend auf der Unterseite der äußeren Blätter ab. Bei Temperaturen von mehr als 7 Grad erblicken die Raupen schon nach etwa drei Tagen das Licht der Welt.

Diese müssen dann insgesamt sieben Larven-Stadien durchlaufen. Die Zeitspanne dafür hängt maßgeblich von den Temperaturen ab. Liegen diese bei über 20 Grad, ist die Entwicklung bereits nach rund drei Wochen abgeschlossen, bei 15 Grad dauert sie hingegen etwa 10 Wochen.

Nachdem das Stadium als Larve beendet ist, kommt es zur Verpuppung der Raupe. Etwa eine Woche lang befindet sie sich in einem Kokon, dann geht ein Falter daraus hervor. Die Falter können dann innerhalb ihrer extrem kurzen Lebensdauer bis zu 150 Eier ablegen. Die Entwicklung ist vor allem von klimatischen Faktoren abhängig, bei 18 bis 30 Grad schreitet die Vermehrung am rasantesten voran.

Gerade diese schnelle Vermehrung macht die Bekämpfung des Buchsbaumzünslers so schwierig. Die letzte Generation des Jahres überwintert im Schutz des Buchsbaums, sie spinnen sich in den Blättern in eine Art Kokon ein.

Es ist enorm wichtig, sich mit der Biologie des Schädlings auseinander zu setzen, denn Gegenmaßnahmen greifen am besten im Anfangsstadium der Entwicklung.

Als sehr hilfreich haben sich zu diesem Zweck spezielle Buchsbaumzünsler-Fallen erwiesen, denn sie geben Aufschluss über den Flug der Falter und den Zeitpunkt der Eiablage.

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Das Schadbild des Buchsbaumzünslers

Um einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler nachweisen zu können, muss man zunächst deren Schadbild kennen. Im Anfangsstadium sind die Anzeichen noch sehr gering, so dass der Schädling sich meistens in Ruhe an den Pflanzen vergreifen kann. Der Befall betrifft die in Deutschland erhältlichen Arten „Kleinblättriger Buchsbaum“ (lat. Buxus mierohylla) und „Gewöhnlicher Buchsbaum“ (lat. Buxus sempervirens), wobei erstere eher selten vertreten ist.

Zunächst werden die unteren Äste der Pflanzen befallen, so dass Schäden noch gar nicht optisch wahrzunehmen sind. Die Schädlinge arbeiten sich von innen nach außen vor, somit bleiben die Schäden in der Regel längere Zeit unbemerkt. Ist es erst einmal zu einem starken Befall gekommen, sind die Pflanzen oftmals nicht mehr zu retten. Da die Äste sehr dicht verzweigt und bewachsen sind, können die Buchbaumzünsler häufig ungestört an der Pflanze fressen. Erst wenn das Schadbild in den äußeren Bereichen sichtbar wird, ist der Befall eindeutig.

Inzwischen ist ein Großteil der Blätter bereits angefressen, und auch schon Teile der jungen Zweige und der Rinde sind den Schädlingen zum Opfer gefallen. Nachdem die sieben Stadien als Larve abgeschlossen sind, kommt es zur Verpuppung. Dann sieht man in den Buchsbäumen ganz feine Gespinste, die an ein Spinnennetz erinnern, wobei die Verwebung wesentlich dichter ist. Die Gespinste dienen dem Buchsbaumzünsler auch zur Überwinterung. Es muss nicht unbedingt sein, dass eine Pflanze durch den Befall zugrunde geht, auch eine komplette Erholung ist möglich. Dann muss man einen Wiederbefall aber unbedingt verhindern, denn ein zweites Mal wird die Pflanze dies kaum überleben.

Dem Buchsbaumzünsler gezielt vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn es erst gar nicht zu einem Befall der Pflanzen kommt, dann erspart man sich eine Menge Nerven und Zeit. So kann man die Pflanzen zum Beispiel mit einem engmaschigen Netz umgeben, so dass es den Faltern unmöglich gemacht wird, überhaupt für die Eiablage an die Buchsbäume zu gelangen.

Es ist aber unabdingbar, dass man die Pflanzen schon zeitig im Frühling mit den Netzen abdeckt, denn die Schädlinge werden bei Temperaturen ab 7 Grad aktiv. Die Netze müssen dann bis zum Herbst auf den Buchsbäumen verbleiben, erst wenn die Temperaturen unter 7 Grad liegen, können sie abgenommen werden.

Um dem Buchsbaumzünsler vorzubeugen, ist es auch wichtig, die Pflanzen durch einen guten Dünger zu stärken, dann sind sie Schädlingen gegenüber weniger anfällig.

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Dieser Dünger, der auch für andere Hecken und Sträucher geeignet ist, stärkt den Buchsbaum optimal.

Das Düngesystem ist gut auf den Bedarf von Buchsbäumen abgestimmt und versorgt sie mit allen notwendigen Nährstoffen, um sie gesund zu erhalten und widerstandsfähig zu machen. Dank der Langzeitwirkung von bis zu sechs Monaten, muss die Düngung nur einmal pro Saison erfolgen.

Möglicherweise lässt sich dem Buchsbaumzünsler auch mit Hilfe von Algenkalk vorbeugen, auch wenn dies wissenschaftlich bisher nicht bewiesen ist. Einige Gärtner verwenden diesen Kalk jedoch sehr erfolgreich, auch wenn sich ein Befall dadurch nicht ganz vermeiden lässt. Die Pflanzen werden mit dem speziellen Kalk bestäubt, so dass die Eiablage nur noch eingeschränkt möglich ist und die Blätter für die Schädlinge wohl auch ungenießbar sind. Sollte es dennoch zu einem Befall kommen, so fallen die Schäden oftmals viel geringer aus, und die Pflanzen erholen sich auch besser davon.

Pheromonfallen als wertvolle Hilfsmittel im Kampf gegen den Buchbaumzünsler

Um den Buchbaumzünsler schnell und effektiv loszuwerden, muss der Befall so früh wie möglich bemerkt werden. Aus diesem Grund sollten die Buchsbäume im Frühjahr und Sommer in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Um zu erkennen, ob sich Schädlinge in der Nähe aufhalten, kann man spezielle Pheromonfallen aufstellen, am besten ab Ende April/Anfang Mai. Die männlichen Exemplare werden von dem Duftstoff angelockt und bleiben auf der Falle kleben. Die Fallen sind auch hilfreich bei der Ermittlung des optimalen Zeitpunkts für die Bekämpfung. Dieser ist etwa 10 bis 14 Tage nach dem Flug der Falter.

Bekämpfung bei leichtem Befall

Leider hat der Schädling in unseren Breitengraden bisher keine natürlichen Feinde, so dass wir uns selbst um seine Vernichtung kümmern müssen. Wird der Befall mit dem Buchsbaumzünsler recht früh bemerkt, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Bekämpfung besonders gut. Einzelne Tiere kann man von Hand von den Pflanzen absammeln.

Handelt es sich um mehrere Schädlinge, kann man die Buchsbäume auch mit dem Hochdruckreiniger abspritzen, so dass man sie anschließend einsammeln kann. Sicherer ist die Anwendung eines Insektizids, im Fall des Buchsbaumzünslers hat sich Bacillus thuringiensis bewährt.

Mit Insektiziden gegen den Buchsbaumzünsler vorgehen

Um den Buchsbaumzünsler schnellstmöglich wieder loszuwerden, haben sie vor allem Insektizide bewährt. Man unterscheidet zwischen chemischen und biologischen Präparaten, wobei letztere unbedingt zu bevorzugen sind. Grundsätzlich versucht man es zuerst mit allen möglichen biologischen Methoden, bevor man zur Chemiekeule greift. Wichtig ist auch, dass man die Insektizide niemals zur Vorbeugung einsetzt, sie dürfen erst gespritzt werden, wenn ein Befall tatsächlich nachgewiesen ist.

Die Insektizide müssen sehr sorgfältig gemäß den Angaben des Herstellers angewendet werden, damit sie auch richtig wirken können. Man muss sie unbedingt bis ins Innere der Buchsbäume sprühen, um auch wirklich alle Schädlinge restlos zu vernichten. Gerade im Zentrum halten sich viele der Tiere auf, auch die Larven in ihren Kokons befinden sich hier.

Gute Ergebnisse im Kampf gegen den Buchsbaumzünsler liefert zum Beispiel das Produkt Naturen XenTari.

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Sicherheitshinweise - Naturen XenTari

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.

Eigenschaften • Hoch wirksames biologisches Präparat • Gegen Raupen von Zünslern und anderen Schadschmetterlingen im Obst-, Wein-, Gemüsebereich • Schnelle Wirkung durch Fraßstopp • Auf Basis von Bacillus thuringiensis • Einfache Anwendung durch Portionsbeutel • Zum Spritzen • Nicht bienengefährlich Tipps zur Anwendung • Der beste Behandlungserfolg wird erzielt, wenn die frühen Insektenstadien (junge Raupen/Larven) getroffen werden. • Eine Prise Zucker verbessert die Aufnahme und Wirksamkeit. • Wichtig ist eine vollständige Benetzung der Raupen bzw. der blattmas-se mit der Spritzbrühe. • Die Spitzbrühe gleichmäßig auf den Pflanzen und auch auf den Blattunterseiten verteilen. • Immer nur soviel Spritzbrühe ansetzen wie zur Behandlung notwendig ist und noch am selben Tag ausbringen. • Keine Anwendung bei hoher Regenwahrscheinlichkeit, bei praller Sonne oder Temperaturen über 25°C. Inhaltsstoffe 540 g/kg (54 % w/w) Bacillus thuringiensis ssp. aizawai Sonstige Hinweise BVL-Zulassungsnummer (D): 024426-61 Einstufung und Kennzeichnung gemäß Verordnung (1272/2008/EG): Signalwort zu GHS: Achtung Symbol gem CLPVO: GHS 07 H-Sätze: H319, EUH 401, EUH 208 P-Sätze: P103, P102, P103, P280, P305, P351, P338, P337+313, P302+P352, P362+P364, P501 Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten.

 

Bei diesem Präparat handelt es sich um ein rein biologisches Spritzpulver, welches Raupen nicht nur an Ziergehölzen, sondern auch an Obst- und Gemüsepflanzen bekämpft. Es handelt sich um einen ganz natürlichen Wirkstoff, der auch keine Gefahr für Bienen und andere Nützlinge darstellt.

Rückschnitt und Entsorgung von befallenen Buchsbäumen

Hat man es mit einem extrem starken Befall zu tun, und muss sogar mit dem Absterben der Pflanze gerechnet werden, kann ein Rückschnitt die letzte Lösung sein. Dann hat man gute Chancen, dass die Äste im nächsten Jahr wieder frisch austreiben. Damit die Pflanze in ihrer Regeneration optimal unterstützt wird, ist die Anwendung eines speziellen Düngers sinnvoll.

Sollte der Buchs wieder neu austreiben, ist ein Wiederbefall unbedingt zu verhindern, denn die Pflanze wäre dann wohl kaum mehr zu retten. Um eine Ausbreitung des Schädlings zu vermeiden, kann es auch notwendig sein, stark befallene Buchsbäume direkt zu entsorgen. Das Schnittgut darf aber keinesfalls so einfach über den Biomüll entsorgt werden. Am besten verpackt man es luftdicht in Säcke und führt diese dem Restmüll zu.

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