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Der Holzwurm – oder wenn die Möbel zerstört werden

Der Holzwurm wird auch gerne als Gemeiner Nagekäfer bezeichnet und macht seinem Namen alle Ehre. Er macht sich genüsslich an Mobiliar aus Holz und anderen Bauteilen aus diesem Material zu schaffen. Es dauert nicht lange, bis der Befall mit Holzwürmern auffällt, denn auf der Oberfläche des Holzes sind lauter kleine Löcher zu erkennen. Dann heißt es schnellstmöglich zu handeln, und sich Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Insekten zu überlegen, um die vollkommene Zerstörung eines Möbelstücks zu verhindern.

Die Bekämpfung von Holzwürmern ist eine langwierige Angelegenheit

Wenn man ein bis zwei Millimeter große Löcher entdeckt, aus denen Bohrmehl austritt, dann kann man davon ausgehen, dass Larven gerade noch aktiv sind. Die bevorzugten Aufenthaltsorte der Tierchen sind Keller, leerstehende Gebäude, Brennholzlager und Dachböden. Da Wohnräume in der kalten Jahreszeit beheizt sind, ist es den Insekten dort zu trocken, sie brauchen eine feuchte Umgebung.

Holzwürmer breiten sich normalerweise nicht aus, sie bleiben an einer Stelle und machen sich dort auch an die Eiablage. Bei der Bekämpfung ist es deshalb essentiell, dass alle Tiere und Eier vernichtet werden, da es sonst zu einem erneuten Befall kommen wird. Normalerweise entwickeln sich Holzwürmer in einem Zeitraum von ein bis vier Jahren, sind die Bedingungen eher ungünstig, kann es auch bis zu acht Jahre dauern.

Der Lebenszyklus des Holzwurms

Um die Käfer bekämpfen zu können, muss man erst einmal wissen, wie diese aussehen, oft wird der Holzwurm nämlich mit dem Brotkäfer verwechselt. Die dunkelbraunen Insekten haben einen ovalen Kopf und erreichen eine Größe von bis zu fünf Millimetern. Auf dem Kopf, der von einem Schild geschützt wird, kann man drei Antennen entdecken. Die Körperform der Larven ist sehr gekrümmt, mit den starken Kieferzangen machen sie sich am Holz zu schaffen.

In Ritzen legen die Weibchen bis zu 30 Eier ab, nach drei Wochen entschlüpfen daraus die Larven. Sie bohren sich dann ins Holz und entwickeln sich darin innerhalb von bis zu vier Jahren zum Holzwurm. Nach dem abgeschlossenen Wachstum kommt es zur Verpuppung, der erwachsene Käfer kommt dann aus dem Holz hervor.

Holzwürmer bevorzugen bestimmte Holzarten

Für den Holzwurm ist Holz nicht gleich Holz, er vergreift sich am liebsten an Splintholz. Nur wenn es sich um einen großen Befall handelt, wird auch das Holz von Eiche, Lärche, Douglasie oder Kiefer angegriffen. Einige Jahre wird so lange an dem Holz genagt, bis nahezu nichts mehr davon übrig ist. Besonders beliebt ist das so genannt Frühholz, während das härtere Spätholz eher ignoriert wird. Darüber hinaus muss das Holz auch tot sein, frisches, lebendes Holz ist hingegen vollkommen uninteressant.

Tipps für die Bekämpfung der Holzwürmer

Bei der Auswahl der geeigneten Methode muss berücksichtigt werden, wie stark der Befall ist. Ist dieser sehr ausgeprägt, kommt man in der Regel nicht um den Einsatz von chemischen Mitteln herum, um das Problem nachhaltig zu lösen. In diesem Fall sind unbedingt die Hinweise des Herstellers zu beachten, eine Alternative wäre die Beauftragung eines erfahrenen Kammerjägers. Falls sich der Befall auf ein Möbelstück beschränkt, sollte man zunächst einige Hausmittel ausprobieren, da diese die Gesundheit und die Umwelt schonen.

Da Holzwürmer nur in feuchtem Holz existieren können, kann man das befallene Möbelstück an einen trockenen und warmen Ort stellen. Wenn das Holz zunehmend austrocknet, werden auch die Larven absterben. Die anderen Möbelstücke im Raum werden von den Insekten verschont bleiben, da sie durch die Beheizung nicht feucht sind. Bei einer Temperatur von 55 Grad sterben die Tierchen, so dass man kleinere Holzteile im Backofen erhitzen kann. Für größere Möbelstücke käme eventuell die hauseigene Sauna dafür in Frage. Eine Stunde Erhitzung sollte ausreichen, um alle Insekten abzutöten.

Ein spezieller Trick kann zum Beispiel bei Holzbalken hilfreich sein. Man platziert einige Eicheln in der Nähe, deren Geruch zieht die Holzwürmer regelrecht an und lockt sie aus ihrem Versteck. Mit Borsalz kann man Holzwürmern vorbeugen und sie auch bekämpfen. Das Salz kann jedoch nicht in das Holz eindringen, so dass es die Insekten erst beim Ausfliegen aufnehmen. Somit werden die Larven noch einige Zeit das Holz weiter bearbeiten, bis sie dann als adulte Tiere das Holz verlassen und mit dem Borsalz in Berührung kommen.

Eine geeignete Methode könnte auch das Aufstellen einer flachen Schale mit Salmiakgeist auf dem Möbelstück sein. Dann wird es luftdicht in Folie verpackt und mit Klebeband umwickelt. Nach einigen Tagen sollten die Dämpfe die Larven vernichtet haben. Diese Lösung eignet sich vornehmlich für Weichholz, Buche und Eiche könnten eventuell die Farbe ändern.

 

 

 

 

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