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Holzwurm bekämpfen: der gemeine oder gewöhnliche Nagekäfer, der aufgrund der Aktivität seiner Larven als Holzwurm bekannt ist, ist nicht nur in Deutschland weit verbreitet. Er ist in ganz Europa vorzufinden. Sein natürlicher Lebensraum ist der Wald, wo er in totem Holz lebt. Doch auch in Gebäuden fühlt er sich in altem, verbautem Holz wohl. Daher ist es ratsam, neue Antiquitäten zunächst separat zu lagern und später auf einen eventuellen Nagekäferbefall zu untersuchen. Werden entsprechende Anzeichen für einen Befall gefunden, so sollte zum Schutz der Möbel unbedingt sofort mit einer Holzwurmbekämpfung begonnen werden.

Wie man dem gemeinen Nagekäfer zu Leibe rückt, klären wir in diesem Artikel.

antiker Tisch vom Holzwurm bedroht
Auch Antiquitäten sind vom gemeinen Nagekäfer (Holzwurm) bedroht – © depositphotos.com @ scovad

Aussehen des gewöhnlichen Nagekäfers

Der ausgewachsene Käfer ist circa 2,5-5mm lang. Sein Kopf ist unter einem kaputzenförmigen Halsschild verborgen. Er ist braun bis braunrot und an seiner Ober- und Unterseite behaart. An den Flügeln sind die Haare so angeordnet, dass ein Streifenmuster erkennbar ist.

Die Larven des Holzwurms sind circa 1-6mm lang und bauchseitig gekrümmt. Die ausgewachsene Larve verpuppt sich bei günstigen Lebensbedingungen nach einem Jahr, bei ungünstigen Bedingungen dauert die Verpuppung bis zu acht Jahre.

Aus der Puppe schlüpft der geschlechtsreife Käfer. Dies geschieht von April bis August. Die Käfer verlassen das Holz und hinterlassen dabei 1-2mm große, kreisrunde Ausfluglöcher.

Lebensraum des Nagekäfers

Der gemeine Nagekäfer ist flugfähig und kann sich daher fliegend geeignete Eiablageplätze suchen. Seine Eier legt der Holzwurm in totes Holz, vorzugsweise dort, wo er selbst herangewachsen ist. Frisches Holz hingegen bleibt vor dem Schädling verschont.

Die Larven benötigen Holz mit einer Mindestfeuchtigkeit von zehn Prozent. Des Weiteren bevorzugen sie kühle Orte. In zentral beheizten Räumen fühlt der Holzwurm sich weniger wohl.

Ernährung

Als Nahrung dient den Larven des Holzwurms das helle, weiche Frühholz. Das dunkle Spätholz ist für die Eindringlinge weniger attraktiv und bleibt lamellenartig zurück.

Demzufolge sind die eigentlichen Schädlinge nicht die Käfer, sondern ihre Larven. Den Namen Holzwurm hat der Schädling daher unter anderem auch wegen der wurmartig aussehenden Larve.

Die im Holz lebenden Larven sind für den Menschen nicht direkt sichtbar. Ein aktiver Befall von Nagekäferlarven ist indirekt an den kleinen, 1-2mm kreisrunden Löchern im Holz und an den Sägemehlspuren in der Nähe des befallenden Objekts erkennbar.

Bausubstanz wird angegriffen

In Dachstühlen und tragenden Balken kann ein Holzwurmbefall die Stabilität des Gebäudes beeinträchtigen. In diesem Fall ist dringend ein Fachmann aufzusuchen. Auch Bretter, Latten und Fußböden sind stark gefährdet.

Möbel, Bücher, Korbwaren – alles gefährdet

Der Holzwurm befällt außerdem Möbel, wie Schränke, Stühle, Tische und Korbwaren.  Doch auch Kirchenbänke, Holzfiguren, Stallungen und Musikinstrumente bleiben nicht verschont.

Sogar Bücher, deren Einband aus Holz ist, sind für den Schädling ein beliebtes Nahrungsmittel. Daher stellen die Larven des Nagekäfers auch ein Problem für Bibliotheken dar, da er dort wertvolle Schätze zerstört.

Der gemeine Nagekäfer ist ein reiner Materialschädling, ein gesundheitliches Risiko für den Menschen ist nicht zu befürchten.

Dennoch sollten befallene Gegenstände schnellstmöglich von den Larven befreit werden.

Bekämpfung

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man den Holzwurm bekämpfen und dem Befall vorbeugen kann. Auch wenn nachfolgende Hausmittel helfen können, sind sie doch aufwändig und zeitfressend. Wir empfehlen daher passende und schnell wirkende Holzwurmmittel.

Hitze gegen den Holzwurm

Da das Eiweiß der Larven bei 55 Grad Celsius denaturiert, lassen sich kleine Gegenstände durch Hitze von dem Holzfresser befreien. Das zu behandelnde Objekt sollte dabei in Folie gewickelt und für ein paar Minuten im Backofen erwärmt werden. Dabei ist bei sehr alten und bei lackierten Gegenständen Vorsicht geboten, da diese bei hohen Temperaturen ebenfalls beschädigt werden können.

Kälte gegen die Larven des Nagekäfers

Der Holzwurm lässt sich auch mit Kälte bekämpfen, indem man den Gegenstand, in Folie gewickelt, für einige Tage ins Tiefkühlfach legt.

Chemische Behandlung

Für größere Objekte sind diese Methoden nicht geeignet. Hierfür gibt es eine Vielzahl chemischer Mittel, die effektiv den Holzwurm bekämpfen.
Für kleinere Bereich können chemische Holzschutzmittel durch Privatleute bei Berücksichtigung aller Sicherheitshinweise angewendet werden.

ENVIRA Holzwurmmittel Holzschutz 2x500ml*
  • Auf Wasserbasis, geruchlos, hinterlässt keine Flecken, Monowirkstoff Präparat, sofort sprühfertige Lösung, frei von Treibgasen, auch vorbeugend, nicht ätzend, nicht brennbar, Enthält keine Verstärker
  • Bekämpft zuverlässig Holzwürmer, Hausbock, deren Larven sowie holzschädigende Insekten. Vermeidet erneuten Befall. Wirkt auch als Kontaktgift. Hohe Effektivität im Innen- und Aussenbereich
  • Überstreichbar mit allen Lasuren, Dickschichtlasuren, Dispersionen, Lacken nach ca. 24 Stunden, bzw. wenn das Holz vollständig trocken ist. Probeanstriche sind zu empfehlen

Sicherheitshinweise - Envira Holzwurmspray

BIOZIDPRODUKTE VORSICHTIG VERWENDEN. VOR GEBRAUCH STETS ETIKETT UND PRODUKTINFORMATIONEN LESEN

ENVIRA Holzwurmspray nicht anwenden bei Holz, welches bestimmungsgemäß direkt mit Lebens- oder Futtermitteln in Kontakt kommt

Zuammensetzung
Wirkstoff:  Permethrin 2g/kg (0,2%)
Zusätze:  Emulgator und Wasser

Wir empfehlen, bei der Anwendung einen Mundschutz oder eine Atemschutzmaske zu tragen.

BIOZIDPRODUKTE VORSICHTIG VERWENDEN. VOR GEBRAUCH STETS ETIKETT UND PRODUKTINFORMATIONEN LESEN

Für Folgen nicht bestimmungsgerechter und unsachgemäßer Anwendung haften wir nicht. Die Betreiber von Tierabwehr.net sind keine Verkäufer und bringen dieses Produkt nicht in Verkehr.

Größere Mengen von Fraß- und Kontaktgiften sollten von einem Fachmann eingesetzt werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Auch Gase als Gift gegen den Eindringling, sollten nur von einer sachkundigen Person verwendet werden.

Hausmittel

Einige Hausmittel, wie beispielsweise Salmiakgeist, Spiritus und Petroleum können auch vom Laien angewendet werden.

Petroleum wird mit einer Spritze in die Fraßlöcher gegeben. Damit die Flüssigkeit nicht nach außen verdampft, werden die Löcher anschließend mit Wachs verschlossen.

Auch Salmiakgeist kann mit einer Spritze in die Holzwurmlöcher injiziert werden. Bei stärkerem Befall ist es sinnvoll, den Gegenstand anschließend mit einer Folie luftdicht zu umschlagen. Da Salmiakgeist das Holz angreifen kann, sollte man es zunächst an einer kleinen, unauffälligen Stelle testen.

Bestreicht man das Holz mit Spiritus, sind die Schädlinge ebenfalls schnell beseitigt.
Allerdings verbreiten die genannten Stoffe einen sehr unangenehmen Geruch und verbleiben im Holz.

Isopropanol hingegen verflüchtigt sich rückstandslos und eignet sich sehr gut, um die Nagekäferlarven zu töten. Allerdings ist Isopropanol nur für Holz mit einer maximalen Stärke von zwei bis drei Zentimetern zu empfehlen. In dickere Holzteile dringt die Flüssigkeit nicht weit genug ein, sodass die Larven im Inneren überleben können.

Mit Lärm den Holzwurm bekämpfen

Wer nicht gleich zu chemischen Mitteln greifen und gesundheitliche Risiken vermeiden möchte, kann den Holzwurm auch aus großen Möbelstücken einfach und kostengünstig entfernen.
Holzwürmer mögen keinen Lärm. Allerdings reicht ein einmaliges Klopfen für die Schädlingsbekämpfung nicht aus. Klopft man täglich mehrere Minuten gegen das Holz, ist der Eindringling nach circa zwei Wochen verschwunden. Um den Gegenstand nicht zu beschädigen, empfiehlt es sich, dafür einen Gummihammer zu verwenden.

Den Holzwurm bekämpfen mit dem Eicheltrick

Ebenso ist es möglich, den Eindringling mit dem so genannten Eicheltrick zu beseitigen. Dafür stellt man einen Teller mit Eicheln in der Nähe der Bohrgänge auf. Befindet sich auf dem Teller Sägemehl, hat der Holzwurm eine der Eicheln zu seinem neuen Heim gemacht. Die Eicheln können nun, zusammen mit dem Holzwurm, entfernt werden. Anschließend sollte das befallene Objekt weiterhin regelmäßig auf Sägemehlspuren kontrolliert und der Eicheltrick gegebenenfalls wiederholt werden.

Vorbeugen

Am sinnvollsten ist es auf jeden Fall, dem Holzwurmbefall vorzubeugen. Es empfiehlt sich, auf eine geringe Luftfeuchtigkeit im Haus zu achten, indem die Räume gut beheizt und regelmäßig durchgelüftet werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann zusätzlich ein Raumentfeuchter aufgestellt werden.

Im Außenbereich können spezielle Lasuren, welche Stoffe enthalten, die den gemeinen Nagekäfer fern halten, zur Vorbeugung verwendet werden.

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