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Die verschiedenen Mäusearten und ihre Unterschiede

Maus in Küche
Maus in der Küche – © depositphotos.com @ trancedrumer
Mäuse im Haus gelten als Schädlinge, und sollten daher möglichst bekämpft werden. Doch nicht nur die Hausmaus dringt in unsere Räume ein, wenn sie auf der Suche nach Nahrung, einem Schlaf- oder Nistplatz ist. Auch andere Mäusearten wie Waldmaus, Wühlmaus oder auch Feldmaus finden den Weg in die menschliche Umgebung, wenn sich dies für die Tiere lohnt. Damit Sie unterscheiden können, welche Mausart in Ihrem Garten oder Haus ihr Unwesen treibt, haben wir die Merkmale der verschiedenen Mäusearten, nicht nur der Hausmaus, einmal aufgelistet.

Das Aussehen und die charakteristischen Merkmale der Hausmaus

Die Hausmaus besitzt eine braun- bis mausgraue Fellfarbe auf dem Rücken. Der Bauch hingegen ist eher hell und kaninchenfarben. Sie ist ohne ihren Schwanz zwischen sieben und zehn Zentimeter lang. Der unbehaarte Schwanz besitzt deutlich sichtbare Schuppenringe und ist nochmals ebenfalls genauso lang wie der gesamte Körper der Hausmaus. Das Gewicht des Tieres liegt zwischen fünfzehn und dreißig Gramm, im Gegensatz zu den gezüchteten und im Käfig als Haustiere gehaltenen Farbmäusen, die bis zu 65 Gramm schwer werden können.

Die Lebensweise der Hausmaus

Die Hausmaus lebt immer in unmittelbarer Nähe zum Menschen, was ihr auch den Namen eingebracht hat. Vor allem in Mitteleuropa ist diese Mäuseart weit verbreitet. Im Gegensatz zu der Wühl-, Wald-, oder Feldmaus ist die Hausmaus vor allem in den Häusern zu finden. Gerade auf Bauernhöfen im Stall halten sich die Tiere auf, aber auch in der Stadt in Lebensmittelbetrieben, Supermärkten, Schrebergärten und vor allem in den Wohnhäusern am Rande der Stadt oder auf Dörfern in überwiegend ländlichen Gebieten. Die Hausmäuse machen keinen Unterschied und befallen so alle Gebäude, die sie als Unterschlupf nutzen können. Auch die Ernährungsmöglichkeiten spielen hierbei eine große Rolle, die Menge an Nahrungsmitteln, an die die Hausmäuse gelangen können, beeinflusst hier sogar die Zahl der Mäuse, die sich in einem solchen Fall hier ansiedeln. Eine Wasserquelle hingegen hat auf das Ansiedeln größerer Bestände der Schädlinge kaum Einfluss, da die Hausmaus nicht auf Wasser angewiesen ist, wenn sie genügend Nahrung findet.

In der Regel sind die Hausmäuse in direkter Nähe zu einer Nahrungsquelle zu finden. Dies können Futterstellen für Tiere sein, die Vorratskammer, der Keller, wenn hier zugängliche Lebensmittel aufbewahrt werden, aber auch die Küche selbst kann direkt befallen sein. Je nachdem, wie die Unterschlupfmöglichkeiten für die Maus hier sind, kann der Aktionsradius auch größer werden. Das heißt, sie nimmt auch einen längeren Weg von ihrem gefundenen Unterschlupf bis hin zu ihrer Nahrungsquelle in Kauf. Dieser Aktionsradius beträgt jedoch meist nur wenige Meter, denn die Hausmaus bevorzugt vor allem das Fressen an geschützten Stellen.

 

Weitere Merkmale, die die Hausmaus besitzt:

  • lebt am Boden, kann aber auch gut klettern
  • bevorzugt als Nahrung Getreide, ist allerdings ein vegetarischer Allesfresser
  • am Tag etwa drei Gramm Nahrungsaufnahme
  • besitzt einen guten Tast- und Geruchssinn
  • zwängt sich durch bleistiftdicke Löcher
  • sehr neugierig, nagt daher an fast allem
  • so können auch Stromleitungen oder Möbel betroffen sein

 

Hausmäuse, gefährlich wegen ihrer schnellen Fortpflanzung

Hat sich einmal auch nur eine einzige Maus in Ihr Haus oder Ihre Wohnung verirrt, dann kann dies schon schnell zu einem Befall größeren Ausmaßes entwickeln. Auch wenn die Mäuse nicht in Rudeln leben, wie Sie dies von Ratten vielleicht kennen, so leben sie doch im Familienverband. Daher legt eine Hausmaus in Ihren Wohn- oder Kellerräumen auch direkt einen Nistplatz in der Nähe von gefundener Nahrung an. Hierfür verwendet sie weiche Materialien wie Wolle oder Haare. Als Umbau wird oft Papier oder Heu verwendet, wenn sie dieses findet. Findet die Maus am Nistplatz ein für sie gutes Nahrungsangebot, dann ist sie das ganze Jahr über fortpflanzungsfähig. Das heißt, sie vermehrt sich rasend schnell. Denn die Tragezeit beträgt nur drei Wochen, pro Wurf werden etwa vier bis sechzehn Junge zur Welt gebracht. Im Jahr kommt es so zu sieben bis acht Würfen bei nur einer Maus. Die Geschlechtsreife der Mäuse liegt zwischen acht und zwölf Wochen nach der Geburt.

Die Waldmaus – sucht im Winter einen warmen Platz

Die Waldmaus sieht der Hausmaus sehr ähnlich, daher ist es auch oft schwer, diese flinken Tiere auf den ersten Blick zu unterscheiden. Sie hat gegenüber ihrer geringen Körpergröße von nur zehn Zentimetern und einem Schwanz von etwa acht Zentimetern jedoch sehr große Ohren und Augen. Das Fell ist ähnlich der Hausmaus auf der Oberseite braungrau und auf der Unterseite grauweiß. Auch der Schwanz ist ähnlich dem der Hausmaus unbehaart sowie mit Schuppenringen besetzt. Vor allem in Europa ist die Waldmaus zu finden. Hier bevorzugt sie die lichten Wälder, Wegböschungen und Waldränder. Aber auch in landwirtschaftlichen Bereichen, auf Nutzflächen, in vielen Stadtparks und Gärten ist die Waldmaus zu Hause. In den kälteren Monaten zwischen Herbst und Frühjahr sucht sie jedoch oft Schutz in Gebäuden. Hier sucht sie ihre Nahrung in den Lebensmittelvorräten. Vor allem Obst, Korn oder Mehl werden von ihr bevorzugt. Dennoch ist die Waldmaus weniger schädlich, als die Hausmaus.

Die Waldmaus besitzt zudem noch die folgenden Eigenschaften:

  • in der Regel Einzelgänger
  • hält sich überwiegend am Boden auf
  • guter Kletterer und Springer
  • kann bei Fluchtreaktion bis zu einem Meter weit springen
  • daher auch unter Namen „Springmaus“ bekannt
  • dämmerungs- und nachtaktiv

Die Waldmaus, kein Schädling im eigentlichen Sinn

Die Waldmaus vermehrt sich nicht so explosionsartig, wie dies bei der Hausmaus der Fall ist. Denn sie paart sich nur zweimal im Jahr, einmal zwischen März und April und einmal zwischen Oktober und November. Auch die Lebenszeit ist recht kurz bei den kleinen Tieren, die im Schnitt nur zwei bis drei Monate beträgt. Manche Tiere in der Natur werden jedoch bis zwanzig Monate alt. Da sie nur zweimal im Jahr Nachwuchs bekommt, vermehrt sie sich nicht so oft. Auch werden die Nester in der Regel in einem Bau in einem halben Meter Tiefe unter der Erde angelegt. Vogelhäuschen können zu einem Mausbau umfunktioniert werden. Das Revier der Waldmaus umfasst einen Radius von bis zu einhundert Metern, in dem sie sich aufhält und auf Nahrungssuche ist. In einem Haus oder einem anderen Gebäude richtet sie im Gegensatz zu der Hausmaus keinen großen Schaden an. Denn Nistplatz und Nahrungssuche bleiben in der Regel in der freien Natur. Wohnt die Waldmaus in der Nähe eines Gebäudes, dann sucht sie hier nur den Schutz vor der Kälte.

Die Feldmaus, auch kleine Wühlmaus genannt

Bei der Feldmaus handelt es sich um einen Schädling, der nicht im Haus, sondern auf dem Feld oder in einem Garten zu finden ist. Die Feldmaus wird zwischen neun und elf Zentimeter lang, der kurze Schwanz bis zu vier Zentimeter. Auch das Fell der Feldmaus ist graubraun, auf der Unterseite allerdings beigegrau. So kann die Feldmaus von der Hausmaus auch gut unterschieden werden. Die Ohren sind abgerundet, die Augen klein und schwarz.

Wurde der Garten oder ein Feld von dieser Mäuseart befallen, dann können Sie dies an der um kleine Löcher zerstreuten Erde erkennen. Denn die Feldmaus legt unter den Pflanzen ein unterirdisches System aus Gängen an. So kommt sie auch besser an ihre bevorzugte Nahrung von Wurzeln, Samen, Körnern und auch oberirdischen Pflanzenteilen. Gerne wird auch die Rinde von Obstbäumen an der Stammbasis abgenagt. Daher handelt es sich bei der Feldmaus auch um einen großen Gartenschädling.

Weiter ist über die Feldmaus das Folgende bekannt:

  • kommt für die Nahrungssuche an die Oberfläche
  • natürliche Fressfeinde sind kleine Raubtiere und Raubvögel
  • hierzu gehören Igel, Fuchs, Eulen, Turmfalken oder Mäusebussard
  • Feldmaus oft Träger von Bakterien, Viren oder Parasiten
  • Tiere, ob tot oder lebendig, nur mit Handschuhen anfassen

Schädlinge aufgrund ihrer Massenvermehrung

Gerade wenn die Winter entweder sehr warm und trocken oder aber auch sehr schneereich sind, vermehren sich die Feldmäuse mehr. Starker Regen im Winter hingegen wirkt sich auf die Vermehrung ungünstig aus, das hier durch das viele Wasser und die Nässe die Nester und Bauten der Mäuse zerstört werden. Die Fortpflanzung der Mäuse beginnt im Februar und endet im Oktober. Bereits mit fünf Wochen sind die jungen Mäuse geschlechtsreif. Die Tragezeit einer Maus beträgt 21 Tage, das heißt, etwa alle vier Wochen gibt es einen neuen Wurf, der aus drei bis dreizehn Jungen bestehen kann. So vermehrt sich die Feldmaus im Garten in den unterirdischen Nestern explosionsartig und kann an den Pflanzen und Bäumen so einen großen Schaden anrichten.

Die Wühlmaus, die größte Maus unter den vorgestellten Arten

Die Wühlmaus, die sich ebenfalls im Garten in einem unterirdischen Gängesystem aufhält und die Pflanzen von unten an den Wurzeln anknabbert und somit schädigt, ist die größte Maus unter den vorgestellten Arten. Sie wird zwischen zwölf und sechzehn Zentimeter lang, der Schwanz hat eine Länge von etwa sieben Zentimetern. Die Fellfarbe ist durchgehend braungrau, die Ohren sind kurz und kaum zu sehen. Mit ihren Schneidezähnen gräbt sich die Wühlmaus unterirdisch durch ihre Gänge. Erkennen können Sie den Befall durch seitlich abgeflachte Erdhaufen, die sich neben einer Öffnung auf der Erdoberfläche befinden. Im Garten und auf dem Feld sind diese Erdhaufen unregelmäßig angelegt.

So besitzt diese Mäuseart die weiteren Eigenschaften

  • hält sich nur im Garten oder auf dem Feld auf
  • öffnen Sie einen Gang, wird dieser von der Maus innerhalb von wenigen Stunden ganz geschlossen
  • jedes Gangsystem besitzt zwei Nester
  • werden mit Gras ausgepolstert
  • Futtervorräte aus Wurzeln werden hier ebenfalls angelegt

Die Vermehrung von Wühlmäusen

Experten sprechen davon, dass es etwa alle sechs Jahre zu einer zyklischen Massenvermehrung kommt. Ansonsten hält sich der Befall von Wühlmäusen im Gegensatz zur Feld- und zur Hausmaus noch in Grenzen. Die Fortpflanzung findet zwischen Februar und Oktober statt. Eine Wühlmaus trägt 21 Tage, dann wirft sie zwischen vier und fünf Jungtieren, die etwa zwei Wochen gesäugt werden. Nach etwa zwei Monaten werden die Wühlmäuse geschlechtsreif. Daher handelt es sich auch nicht um eine explosionsartige Massenvermehrung in jedem Jahr. Da die Tiere die Pflanzen von unten an den Wurzeln schädigen, sollten sie bekämpft werden. Hilfreich ist auch bei der Neupflanzung von Bäumen und anderen Pflanzen im Garten nicht auf Wühlmaussperren aus Draht zu verzichten, die rund um die Wurzeln oder ein Gartenbeet unterirdisch verlegt werden.

Fazit

Unter den Mäusen sind es insbesondere die Hausmaus und die Feldmaus, die es dem Menschen schwer machen. Die Waldmaus hingegen ist nicht zwingend als Schädling einzuordnen, die Wühlmaus nur alle sechs Jahre, wenn es zu einer Massenvermehrung kommt. Feldmaus und Hausmaus sollten hingegen ebenso konsequent bekämpft werden, wie man auch Ratten bekämpfen sollte. Ansonsten kann sich eine Plage entwickeln und es können enorme Schäden entstehen.

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