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Diese Nützlinge helfen gegen Blattläuse

Marienkäfer auf Finger
Die Brut der Marienkäfer, die Marienkäferlarven, sind echte Nützlinge gegen Blattläuse - Foto: nataba16 / depositphotos.com

Blattläuse sind keine Seltenheit in Gärten und Gewächshäusern. Die kleinen Schädlinge können in verschiedensten Farben auftauchen und sogar Flügel tragen. Von Gattung zu Gattung unterscheidet sich auch das Beutespektrum. Ungeachtet dieser Feinheiten stellt jede Blattlaus ein Risiko für die Gesundheit von Pflanzen im Nutz- und Ziergarten dar. Die folgenden vier Nützlinge kommen da gerade recht.

Florfliegenlarven: Filigrane Blattlausräuber

Die erwachsene Florfliege ist für die Bekämpfung von Blattläusen reichlich unpassend. Sie frisst lediglich Pollen, Honigtau und Nektar. Ihre Nachkommen sind da schon wesentlich interessanter.

Die Larven der Florfliege können ab 12 Grad Celsius eingesetzt werden. Das Gewächshaus ist daher meist der Ort, an dem dieser Nützling besonders hilfreich ist, aber auch im Frühlingsgarten kann er verwendet werden. Die Larven ernähren sich von Blattläusen, lassen sich jedoch ebenfalls Wollläuse, Spinnmilben und Thripse schmecken. Doch gerade in Bezug auf die Blattlaus hat sich die Florfliegenlarve im wahrsten Sinne des Wortes einen Namen gemacht. Laut NABU wird sie auch Blattlauslöwe genannt.

Sobald Florfliegenlarven erfolgreich waren und sich zu adulten Tieren entwickelt haben, verlassen sie geschlossene Räume. Kommt es in der Zukunft noch einmal zu einem Befall, müssen entsprechend neue Larven ausgebracht werden.

Marienkäferlarven: Effiziente Lausvertilger

Marienkäfer erscheinen mit ihren fröhlichen Punkten kaum wie Raubtiere. Der Schein aber trügt. So frisst bereits ein ausgewachsener Käfer bis zu 50 Schädlinge täglich. Noch effektiver gehen die Larven vor, denn sie haben offenbar besonders großen Appetit. Diese Marienkäferlarven vertilgen pro Tag sogar bis zu 150 Blattläuse.

Die Larven bleiben bis zu ihrer Verpuppung etwa zwei Wochen lang aktiv. Anschließend dauert es ungefähr eine Woche, bis ausgewachsene Marienkäfer schlüpfen. Auch sie fressen weiterhin Blattläuse und können durch die Ablage neuer Eier für hungrigen Nachwuchs sorgen.

Eine Sache ist allerdings wichtig, wenn es um die erfolgreiche Verwendung von Marienkäferlarven gegen Blattläuse geht. Ameisen liegt viel an der Gesundheit der Schädlinge, denn sie lassen sich deren Honigtau mit Vorliebe schmecken. Um die Nahrungsquelle nicht versiegen zu lassen, beschützen Ameisen Blattläuse folglich gegen Nützlinge und können Marienkäferlarven das Leben schwer machen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, bei einem stärkeren Vorkommen zunächst Ameisen zu bekämpfen und erst danach Larven auszubringen.

Räuberische Gallmücken: Perfekt für Gewächshäuser

Gallmücken fühlen sich in einer hellen und feuchten Umgebung besonders wohl. Ihr Einsatz empfiehlt sich deswegen weniger unter freiem Himmel und umso mehr im Gewächshaus. Für gewöhnlich werden Gallmücken in Form von Puppen ausgebracht. Diese entwickeln sich zügig zu ausgewachsenen Mücken, die selbst nur rund zwei Millimeter groß werden.

Am Tage wird sich kaum eine Gallmücke finden lassen. Das liegt daran, dass die kleinen Helfer dämmerungsaktiv sind und sich tagsüber lieber versteckt halten. Kommen sie am Abend hervor, legen sie ihre Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ab. Die geschlüpften Larven fressen bei ihrer Wanderung in den Boden etwa 50 Blattläuse. Dann verpuppen sie sich, um zehn Tage später als Gallmücke zu schlüpfen. Sofort beginnt der Lebenszyklus von Neuem.

Ganz anspruchslos sind Gallmücken indes nicht. Langtage, die die Mücke braucht, finden sich natürlicherweise nur während der wärmeren Jahreszeit. Der Einsatz zwischen Oktober und März ist deshalb nur möglich, wenn eine zusätzliche Beleuchtung im Gewächshaus existiert. Abgesehen davon sollten auch die klimatischen Bedingungen stimmen: die Nützlinge mögen Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad sowie eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent.

Schlupfwespen: Richtige Auswahl ist wichtig

Schlupfwespen können im Kampf gegen Blattläuse ebenfalls verwendet werden. Hierzu sei jedoch gesagt, dass sich nicht jede Wespenart auch für jede Blattlaus-Gattung eignet. Vor dem Kauf sollte daher eine genaue Bestimmung der Blattlaus erfolgen, um den Erfolg der Maßnahme nicht zu gefährden. Schlupfwespen der Gattungen „Aphidius ervi“ oder „Aphidius colemani“ sind oftmals passend.

Ichneumonidea
Die Ichneumonidea – eine von über 62.000 Schlupfwespenarten. Viele helfen auch gegen Schädlinge im Garten. – Foto: Gucio_55 / depositphotos.com

Dieser Nützling frisst keine Blattläuse, sondern fungiert als Parasit. Das bedeutet, dass die weibliche Schlupfwespe ihre Eier in die Schädlinge legt. Dort entwickelt sich die nächste Generation, was zum Absterben des Wirtes führt. Je nach Bedingungen kann eine Schlupfwespe bis zu 200 Blattläusen den Garaus machen. Bei starkem Blattlausbefall eignen sich Marienkäferlarven aufgrund ihrer deutlich höheren Effektivität allerdings noch besser.

Interessant an manchen Schlupfwespenarten ist, dass sie über einen speziellen Schutzmechanismus verfügen. Ameisen erkennen Blattläuse anhand deren spezieller Duftstoffe und spüren sie so auf. Da Nützlinge anders riechen, gehen die Lausbeschützer im Zweifelsfall zur Bekämpfung über. Verschiedene Schlupfwespengattungen machen sich das zunutze und ahmen den Duft der Blattläuse nach. So können sie die Schädlinge bekämpfen, ohne in Konflikt mit Ameisen zu geraten.