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Motten im Teppich – was tun?

Alte Teppiche mit Mottenfraß
Bekämpft man den Mottenfraß nicht sofort, sind die Teppiche schnell reif für den Müll - Foto: a_oldman / depositphotos.com

Fliegen die ersten Motten durch den Raum, muss davon ausgegangen werden, dass bereits ein Schaden entstanden ist. Nun gilt es festzustellen, wo die ungeliebten Tierchen hausen. Motten (die Begriffe Textil-, Teppich- oder Kleidermotten meinen alle das Selbe) ernähren sich von Tierhaaren, daher hausen sie in der freien Natur in Vogel- oder Tiernestern und ernähren sich vom Protein namens Keratin, welches in den Tierhaaren enthalten ist. Immer dieser Nahrungsquelle folgend landen die Motten auch in unseren Teppichen, da diese mehrheitlich aus Schurwolle hergestellt werden. Schurwolle ist die Wolle des Schafes und somit Tierhaar und die Leibspeise der Kleider-, bzw. Teppichmotten. Achtung in ihrem Fresswahn machen die Larven auch vor Baumwolle oder Kunstfasern nicht immer halt, obwohl sie für ihre Ernährung unerheblich sind und nichts zum Wachstum beisteuern!

Wichtig ist, zu wissen, dass sich ausschließlich die Larven von unseren Wollgegenständen ernähren. Die weibliche flugfähige Motte, also jene, die wir leicht lokalisieren können, legt die Eier im Teppich oder Kleidungsstück ab und überlässt die Nahrungsaufnahme den Larven. Sie selbst nimmt nichts mehr zu sich, bis sie nach zehn bis vierzehn Tagen verstirbt. Teppiche werden sehr gerne als Brutstätte für die Eier herangezogen und sind daher oft befallen. In solchen Notfällen ist eine umgehende Teppichreinigung empfehlenswert, um den Schaden am Teppich gering zu halten.

Woran erkenne ich Motten im Teppich?

Motten legen ihre Eier in Nestern ab. Rund 100 bis 250 Stück kann eine Motte auf einmal ablegen. Ein Ei ist nicht ganz so groß wie ein Millimeter, daher schwer mit freiem Auge erkennbar. Da die Eier aber in Nestern abgelegt werden, sind diese gut zu erkennen. Krabbeln in der Nähe des Teppichs oder auf ihm kleine gelblich-weiße Würmer so handelt es sich um die Mottenlarven, die sich im wahrsten Sinne des Wortes durch den Teppich fressen und so für Löcher sorgen. Wichtig ist, auch unter dem Teppich nachzusehen, denn dort finden sich Gespinste, weiß und fadenartig. Sie bestehen aus den Häuten der Larven, die sich bis zum flugfähigen Alter vom Teppich ernähren.

Erste Maßnahmen gegen Motten im Teppich

Hat man Motteneier oder –larven entdeckt, hilft es in einem ersten Schritt den Teppich sorgfältig abzusaugen und den Staubsaugerbeutel danach unbedingt zu entsorgen bzw. bei beutellosen Saugern, den Auffangbehälter gründlich zu reinigen. Haften die Gespinste sehr fest auf der Unterseite des Teppichs muss diese mit einer Bürste behandelt werden, bis alle sichtbaren Fäden und Larven bzw. Eier entfernt sind.

Nach dieser Sofortmaßnahme sollte der Teppich in einer Plastikfolie oder einem Plastiksack luftdicht isoliert werden, um andere Einrichtungsgegenstände keinem Befall auszusetzen. Um den Teppich wieder in Verwendung nehmen zu können, ist eine professionelle Reinigung durch einen Experten empfehlenswert. Leider hilft ein normaler Waschvorgang zu Hause nicht, um alle Eier zu entfernen, da sich diese nämlich sehr gut in den Fasern oder Knoten verankern, die mit keiner Bürste erreicht werden können.

Die professionelle Teppichreinigung erfolgt ohne Einsatz von giftigen Chemikalien. Um einem erneuten Befall vorzubeugen, wird der Teppich nach der Reinigung mit einem natürlichen Mottenschutz versehen. Viele Teppichreiniger bieten ab einer bestimmten Quadratmeterzahl ein kostenloses Abhol- und Bringservice, damit der geliebte Teppich nach gezielter Reinigung und eventueller Reparatur wieder schnell im Wohnbereich genutzt werden kann.

Wirksame Maßnahmen zur Mottenbekämpfung

Das Wichtigste ist, den Herd des Befalls zu lokalisieren. Dieser muss nicht zwangsläufig im Teppich zu finden sein, Wolldecken, Filzpantoffel oder Taschen aus Naturfasern sind mögliche Verstecke für Mottenlarven.

Schränke und Teppiche unbedingt mit einem Mottenschutz bestücken oder behandeln. Dabei kann auf Produkte aus dem Handel, aber auch auf bekannte Hausmittel wie Lavendel oder Zedernholz zurückgegriffen werden.

Motten mögen es ruhig und dunkel, daher sollten ruhige Ecken oder Teppichteile, die unter einem Bett oder Sofa liegen genau kontrolliert werden, genauso wie die hinteren Ecken in Kleiderschränken.

Schlupfwespen die natürliche Hilfe gegen Motten

Schlupfwespen sind noch kleiner als die Motteneier (0,4 mm), können nicht fliegen, legen jedoch die eigenen Eier in die Motteneier, wodurch statt Motten Schlupfwespen schlüpfen. Ihr Bewegungsradius beschränkt sich auf einen halben Meter und wenn keine Motteneier mehr gefunden werden, zerfällt der kleine Nützling zu Staub und kann aufgesaugt werden. Um den Lebenszyklus der Teppichmotten zu durchbrechen, müssen Schlupfwespen dreimal jeweils in einem Zeitraum von drei Wochen ausgebracht werden.