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Schlupfwespen gegen Motten und andere Schädlinge

Schlupfwespe / Ichneumonidae
Schlupfwespe (Ichneumonidae) in freier Wildbahn - © depositphotos.com @ Gucio_55

Schlupfwespen (lat. Ichneumonidae)  gehören zu den Hautflüglern und stellen gleichzeitig deren größter Art dar. Inzwischen wurden mehr als 150 verschiedene Arten von Schlupfwespen gezählt.

Einige wenige Unterarten werden gezielt vom Menschen gezüchtet um in der natürlichen Schädlingsbekämpfung eingesetzt zu werden. Der Vorteil ist der Verzicht auf chemische Gifte und eine rein biologische Bekämpfung der Schädlinge.

Blattläuse
Schlupfwespen setzt man auch gegen Blattläuse ein – © depositphotos.com
@ radub85

Einsatzgebiete

Eingesetzt werden die Schlupfwespen in den verschiedensten Anbaugebieten der ganzen Welt und für die unterschiedlichsten Lebensmittel genutzt. Als Beispiel seien hier Olivenhaine oder Weinstöcke angeführt, sowie auch Zwiebelkulturen, welche durch die Lauchmotte befallen werden.

Im Gewächshaus und im Garten kann man darüber hinaus die Weiße Fliege oder die Blattlaus mit den Nützlingen bekämpfen.

Insbesondere im Haushalt werden in den letzten Jahren immer öfter Schlupfwespen der Gattung Trichogramma evanescens gegen Lebensmittelmotten und Textilmotten eingesetzt. Diese Gattung der Erzwespen gehört im weitesten Sinne ebenfalls zu den Schlupfwespen.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Einsatzgebiete der kleinen Wespen als Nützlinge im Garten, die wir aber hier nicht alle aufzählen wollen.

Lebensweise der Schlupfwespen

Schlupfwespen sind parasitär. Genauer sind es die Larven der Schlupfwespen, die Insekten, wie zum Beispiel Käfer, Schmetterlinge (hierzu gehören auch Motten) und Pflanzenwespen parasitieren.  Der Wirt wird dabei getötet.

Als Beispiel soll hier die Gattung Trichogramma evanescens dienen, die gegen verschiedene Motten eingesetzt wird.

Mit einer Größe der ausgewachsenen Tiere von höchstens 0,4 mm ist die Schlupfwespe nur schwer für das menschliche Auge zu erkennen. Auch ausgewachsene Schlupfwespen können nicht fliegen, sondern nur krabbeln. Die Schlupfwespen verfügen über einen langen Legestachel. Dieser Stachel ist genauso lang wie der eigene Körper.

Die Schlupfwespen sind in der Lage, Motteneier zu erkennen. Als Ei-Parasiten sind sie ständig auf der Suche nach Wirtseiern. Wenn sie solche Eier gefunden haben, bohren Sie diese mit ihrem langen Legestachel an und legen eigene Eier in die Motteneier. Eine neue Schlupfwespe reift heran und macht sich auf die Suche nach neuen Motteneiern, um dort Eier abzulegen.

Mit einer ausreichenden Zahl von Schlupfwespen ist es auf diesem Weg möglich, den Lebenszyklus der Motte vollständig zu unterbrechen. In Folge stirbt die Mottenpopulation aus.

Auf ähnliche Weise arbeiten alle Arten von Schlupfwespen, die in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.

Schlupfwespen zuhause?

Manch einer wird sich jetzt fragen, ob man nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreibt, weil durch die Schlupfwespen dann doch andere Insekten ins Haus kommen.

Natürlich ist das nur kurzfristig so, wie wir erneut am Beispiel der Mottenbekämpfung erläutern wollen:

Im Grunde bekommen Sie von der Arbeit der Schlupfwespen bei Ihnen zu Hause gar nichts mit.

Die Schlupfwespen kann man bequem im Internet bestellen und die Schlupfwespen-Eier kommen auf kleinen Kärtchen einfach per Post.

Dabei achtet der Verkäufer darauf, mindestens drei Lieferungen (zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten), bzw. fünf Lieferungen (zur Kleidermotten-Bekämpfung) zu schicken. Somit ist gewährleistet, dass der Lebenszyklus der entsprechenden Mottenart tatsächlich unterbrochen ist.

Kleidermotten im Mantel
Kleidermotten zerstören nicht nur Mäntel – © depositphotos.com @ newelle

Diese Kärtchen legen Sie einfach möglichst nah an die befallenen Stellen aus. Beachten Sie, dass Schlupfwespen nicht fliegen können. Deshalb im Zweifel in alle Schränke ein Kärtchen legen.

Die nur 0,2-0,3 mm großen Tierchen fangen nun an, für Sie die Mottenplage in Angriff zu nehmen. Aufgrund der kleinen Größe sind die Tierchen fürs Auge beinahe unsichtbar und Sie bekommen davon tatsächlich nichts mit.

Alle drei Wochen sammeln Sie die alten Kärtchen ein und legen neue aus. Nach neun Wochen sind normalerweise die Lebensmittelmotten besiegt, nach 15 Wochen die Kleidermotten.

Die übrig gebliebenen Schlupfwespen finden keine Wirtseier mehr und zerfallen mit ihrem Tod binnen weniger Tage zu Staub. Diese winzigen, fürs Auge unsichtbaren Mengen, nehmen Sie einfach beim nächsten Staubwischen mit dem Lappen oder beim nächsten Staubsaugen auf.

Sofern Sie mit Schlupfwespen andere Schädlinge, zum Beispiel im Garten oder auf dem Feld, bekämpfen, entfällt sogar das Problem, Schlupfwespen in der eigenen Wohnung zu haben.

Fazit

Schlupfwespen sind einfach einzusetzende Nützlinge gegen viele Schädlinge. Für Privatmenschen ist zum Beispiel die Bekämpfung von Motten im Haus oder Schädlinge im Garten durch diese Nützlinge besonders sinnvoll, da man auf Chemie verzichten kann.